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Model-based Situation-Aware Assistance (MSA)

Das Teilprojekt "Model-Based Situation-Aware Assistance" (MSA) wird vom Lehrstuhl "Mobile Multimediale Informationssysteme" (MMIS) der Universität Rostock bearbeitet und befasst sich mit der Frage, wie die Nutzung von Wissen über die aktuelle Situation und die Ziele der Nutzer automatisiert und zur selbständigen Konfiguration des Raums genutzt werden kann. Instrumentierte Multi-Display-Umgebungen benötigen neue Paradigmen der Mensch-Computer-Interaktion. Dazu werden im Teilprojekt MSA neben der expliziten Raumsteuerung - beispielsweise mittels natürlicher Sprache oder grafischer Bedienelemente - vor allem implizite Interaktionsmöglichkeiten untersucht. Hier liegt die Arbeitshypothese zugrunde, dass allein durch das Verhalten von Nutzern eines intelligenten Besprechungsraumes Rückschlüsse auf ihre Ziele gezogen und plausible änderungen an der Umgebungskonfiguration realisiert werden können.

Dazu werden statistische Verfahren in Form Bayes'scher Netze zur Beschreibung und Erkennung menschlichen Verhaltens untersucht. Da der intendierte Einsatz in Ad-Hoc-Situationen und die Existenz einer ausreichenden Menge an Trainingsdaten zwei gegenläufige Sachverhalte darstellen, liegt der Schwerpunkt der Arbeiten auf der Synthese probabilistischer generativer Modelle auf der Basis von symbolischen Formalismen zur Beschreibung von komplexen High-Level-Aktivitäten. Es wird weiterhin die Verschmelzung unterschiedlicher Ein- und Ausgabemodalitäten im Verbundprojekt MAIKE untersucht, um den Nutzern eine Bedienschnittstelle anbieten zu können, die an natürlichen Dialogen orientiert ist.

Durch die Gruppe MMIS wurde das "Smart Appliance Lab" eingerichtet, eine Laborumgebung in Gestalt eines Besprechungsraumes, die zur Durchführung von Nutzerstudien und zur experimentellen Untersuchung von Forschungsergebnissen eingesetzt werden kann. Unter der Leitung der Gruppe MSA wurde eine Systeminfrastruktur auf dem Konzept der Tuplespaces aufgebaut und in MAIKE umgesetzt. Diese bildet die zentrale Schnittstelle für den Austausch von Informationen zwischen den entstehenden Systemkomponenten und damit die gemeinsame Arbeitsgrundlage aller beteiligten Projektpartner.

Das Teilprojekt MSA ist seit dem 1.1.2007 Bestandteil des Landesforschungsverbundes.

2007/2008

Ziel dieses Teilprojektes ist die Nutzung von Wissen über die aktuelle Situation des Nutzers, um Unterstützungsprozesse zu automatisieren, Funktionen auszuwählen und Informationen bedarfsorientiert bereit zu stellen. Grundlage ist die überlegung, dass der Nutzer Tätigkeiten in der realen Welt nachgeht, die situiert sind d.h., die einen großen räumlichen und zeitlichen Bezug besitzen. Hierzu wird eine Situationsanalysekomponente entwickelt, die auf der Basis von A-priori-Wissen über die Aktivitätsstruktur des Nutzers in der Lage ist, aus den aktuellen Sensordaten selbständig zu bestimmen, welche Aktivität der Nutzer gerade durchführt und welcher Unterstützungsbedarf dafür besteht. Hierzu wird ein wahrscheinlichkeitsthoretischer Ansatz verwendet, der bestimmt, welche der möglichen Hypothesen über die Aktivität des Nutzers die beste Erklärung für die beobachteten Sensordaten bietet.