Projektgruppen

Industriepartner


Natural Language Laboratory (NatLab)

2004/2006

Aus der Arbeit an natürlichsprachlichen Anwendungen, der akustischen Signalverarbeitung und der angewandten Künstlichen Intelligenz ist ein neuer ingenieurwissenschaftlicher Zweig entstanden: die Sprachtechnologie. Der Kern der Sprachtechnologie ist die Entwicklung nützlicher und kommerziell erfolgreicher Sprachanwendungen auf Basis ausgewählter Ergebnisse der computerlinguistischen Grundlagenforschung.

Das Ziel dieses Projektbausteines bestand im Aufbau eines Natural Language Laboratory (NatLab) für die Verarbeitung natürlicher Sprache im Sinne des Sprachtechnologie-Aspektes. Dafür wurden Funktionen für Dialogsysteme, Sprachsteuerungen, für die Wissensverarbeitung und die Sprachausgabe erstellt und auf Basis von Referenzanwendungen implementiert.

2007/2008

Im Rahmen der bevorstehenden Aufgaben werden die Themen Mehrsprachigkeit und User-centered Design eine zentrale Rolle spielen. Dabei soll ein Sprachdialogsystem in die Lage versetzt werden, sich dem Benutzerverhalten anzupassen und damit die Akzeptanz hinsichtlich seiner Interaktionsfähigkeiten verbessern. Daraus ergeben sich Arbeitspakete für die Integration von verschiedenen natürlichen Sprachen neben Deutsch, der Sprecheradaption, das Entwickeln von Trainingsmodellen und die Wortschatzoptimierung.

2009/2010

TravelConsult im Dialog

Im Verbundprojekt TravelConsult sollen neue IT-Werkzeuge zur Unterstützung von mobilen, assistenz-bedürftigen Menschen, insbesondere Touristen, untersucht werden. Ziel ist es, im Tourismus- und Gesundheitsland M-V mit lokalen Firmen aktuelle Technologien zu entwickeln, um dem IT- und indirekt dem Tourismussektor für die Herausforderungen im bundes- und europaweit konkurrierenden Markt nicht nur den Technologieanschluss sondern auch -vorsprung zu geben. Zu den aktuellen hierzu benötigten Technologien gehören u.a.: die Integration verschiedener Datenquellen zur Nutzung bereits vorhandener Inhalte und Dienstleistungen, Werkzeuge zur Verwaltung und Speicherung von Wissen sowie Werkzeuge für die intelligente Interpretation und semantische Einordnung dieses Wissens. Außerdem wird eine zeitgemäße Nutzerschnittstelle durch die Entwicklung von Sprach- und Dialogsystemen sowie Sprachein-/ausgabe realisiert. Diese Themen werden im Rahmen anwendungsorientierter Forschung an der Hochschule Wismar bearbeitet.

Der Industriepartner "Manet Marketing GmbH" ist insbesondere daran interessiert, Sprachinteraktion und damit ganze Dialoge mit Kunden automatisch führen zu können. Das Wissen, welches ein Rechner benötigt, um Dialoge mit Menschen führen zu können, wird mit Hilfe von neuen Verfahren aus unstrukturierten Daten (z.B. Text) extrahiert und in Form von Wissensstrukturen, so genannten Ontologien, bereitgestellt. Bisherige Dialogsysteme (bspw. die Bahnauskunft) sind auf ein extrem kleines Anwendungsgebiet und einen stark eingeschränkten Sprachumfang begrenzt. Im Rahmen des Projektes werden Produkte entwickelt, die einen nahezu natürlichsprachlichen Dialog mit dem Kunden ermöglichen.

Für das Gesamtziel des Vorhabens werden die Forschungspartner wesentliche Module erforschen und sie in den Kontext einer aktiven Assistenz in Reise-, Tourismus- und Veranstaltungs-Anwendungen bringen. Die Kombination von moderner Spracherkennungstechnologie mit intelligenten Dialogmodellen und semantischer Wissensextraktion ist in dieser Ausprägung einzigartig und weist einen hohen Innovationsgrad auf.

eOhr

Das Ziel des Projektes "eOhr im Dialog" ist es, dem Anwender eine natürliche und komfortable Bedienung von Medien- und Konferenzräumen zu ermöglichen. Dafür wird die bestehende Funktionalität um eine intelligente, kontextfähige Dialogführung erweitert.

Die Sprache ist das wichtigste Gut und Charakteristika des Menschen. Mit ihr kann der Mensch seine Gedanken sowie Emotionen ausdrücken und darstellen. Sie ist die vollendeste Form der Kommunikation. Gleichwohl sich der Mensch durch Mimik, Gestik oder Gebärden ausdrücken kann, nimmt die gesprochene Sprache eine zentrale Stellung ein. Und der Mensch ist sich dessen durchaus bewusst, setzt sie gekonnt ein, erweitert und perfektioniert sie stets. Durch Sprache kann er mit anderen Menschen kommunizieren. Deshalb ist die Sprache auch für die Interaktion mit einer Maschine besonders gut geeignet. Durch eine sprachgesteuerte Umgebung ergeben sich daher einige wichtige Vorteile, die andere Bediensysteme nicht bieten.

Während sich aktuelle Steuersysteme mit Menü und Funktionsebenen aushelfen müssen, kann sich der Nutzer eines Sprachsteuerungssystems einen direkten Zugang zu jeder Funktion bahnen. Damit verbunden ist eine wesentlich höhere Individualisierung der Bedienung. Auch wenn Touchpanel und Tischpulte bereits zahlreiche Möglichkeiten bieten, so ist die Gestaltung der Steuerung im Normalfall auf mehrere Nutzer ausgelegt. So ergibt sich das Problem, dass nicht jeder Nutzer die gleichen Funktionen braucht und dennoch alle sieht. Das Bedienungsdesign ist daher bis heute immer ein Kompromiss. Auch wenn das Sprachsteuerungssystem auf gewisse Begrifflichkeiten nicht verzichten kann, passt sich das System besser an einzelne Nutzer an.

Die Dialogführung mit der Technik geht da noch ein Stück weiter. So kann das System mit dem Nutzer proaktiv in Verbindung treten und ihm entsprechende Informationen per Sprache zur Verfügung stellen, damit der Nutzer entsprechend reagieren kann. Bei Fehleingaben oder unklaren Anweisungen ist das System in der Lage mit dem Nutzer zu interagieren, um eine Aufgabenstellung zielgerichtet zu lösen.